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K. Th. Zingeler - Der Münsterbaumeister von Straßburg
[2-914789-08-]

K. Th. Zingeler - Der Münsterbaumeister von Straßburg
Roman von K. Th. Zingeler. Die Geschichte spielt sich in Straßburg am Ende des 13. Jh. ab. 160 Seiten.

»Die vorliegende Erzählung führt uns in eine Periode der deutschen Geschichte zurück, in der auf die machtvolle Glanzregierung der Hohenstaufenkaiser eine klägliche Zeit der Willkürherrschaft und des Faustrechtes in Deutschland folgte. Während tief im Süden Italien ein herrliches schwäbisches Herschergeschlecht an den Folgen eines verhängnisvollen Politik, im ohnmächtigen Kampfe mit dem Papsttum verbluten mußte, hoben in Deutschland allenthalben die Lehnsherren ihr Haupt, um in dieser Zeit der Herrscherlosigkeit sich am schwächeren Nachbar zu bereichen. Andererseits zeigten die Städte in diesen Kämpfen ihre rasch gewachsene Macht und manche Stadt errang in jener Zeit in heißer Fehde mit dem übermütigen Landesherrn Freiheit und hervorragende Rechte, die ihrem späteren schnellen Aufblühen nur förderlich sein konnten.

So auch Straßburg, die reichste und mächtigste Stadt des Elsaß. Otto II. hatte im Jahre 972 den damaligen Bischof von Straßburg, Erchanbald (965 – 991), mit der weltlichen Gewalt über die Stadt belehnt. In allen Fragen der inneren Verwaltung hatte der Bischof das entscheidende Wort zu sprechen; er konnte die Besetzung des Rates nach Gutdünken veranlassen, ohne seine Genehmigung durften keine Steuern erhoben werden, die Almende gehörte ihm, kurz, der Bischof war der Herr der Stadt. Längst war den aufstrebenden Geschlechtern Straßburgs diese Gewalt lästig gewesen; da aber die jeweiligen Bischöfe durch weise Nachgiebigkeit ihren berechtigten Wünschen entgegenkamen, waren Gewalttaten stets verhütet worden. Nun saß 1260 auf dem Bischofsitz Walter von Geroldseck (1260 bis 1263), ein Mann von eisernem Charakter und stahlharter Willenskraft, der von den ihm zustehenden Rechten noch nicht um Haaresbreite abweichen wollte, und alle von seinen Vorgängern stillschweigend geduldeten Übergriffe und Eigenmächtigkeiten der Geschlechter mit einem Male unterband. Das gab den Ausschlag. Die Straßburger antworteten mit Hohn und Spott, man rüstete zu Kämpfen und bei Hausbergen (8. März 1262) kam es zur entscheidenden Schlacht. Der Bischof mußte, zu spät, erkennen, daß er die Macht der Stadt bei weitem unterschätzt hatte. Die Straßburger blieben Sieger und gewannen so die langersehnte Freiheit. Walter von Geroldsecks Nachfolger, Heinrich von Geroldseck (1263 – 1273), erfüllte im Vertrage von 1263 alle Wünsche der Stadt, und das Verhältnis des Bischofs zu Straßburg blieb fortan ungetrübt.«
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